Europol zerschlägt Kinderporno-Seite: Durchsuchung im Land Bremen
Europol zerschlägt Kinderporno-Seite: Eine Durchsuchung im Land Bremen
Die europäische Polizeibehörde leitete den Einsatz in 38 Ländern gegen die Darknet-Plattform "Kidflix". In Niedersachsen wurde ein 52-Jähriger festgenommen.
91.000 Missbrauchsvideos, 1.400 ermittelte Tatverdächtige: Nach dreijährigen Ermittlungen bayerischer Behörden ist eine riesige Streamingplattform für Videos mit Kindesmissbrauch im Darknet zerschlagen worden. 38 Staaten beteiligten sich im März an dem "internationalen Schlag" gegen die Plattform "Kidflix", wie das bayerische Landeskriminalamt (LKA) in München und die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg am Mittwoch mitteilten.
Demnach gab es in Deutschland in 13 Bundesländern 96 Untersuchungen, gegen 103 Tatverdächtige wird ermittelt – auch in Bremen und Niedersachsen. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg auf Anfrage von buten un binnen mitteilt, gab es eine Durchsuchung im Land Bremen.
Am 10. März gab es in Niedersachsen Durchsuchungen bei acht Beschuldigten, wie das Landeskriminalamt Niedersachsen mitteilt. Dabei kam es zu einer Festnahme und der Sicherstellung von 201 Gegenständen. Die Polizeidirektion Hannover hat einen 52-Jährigen festgenommen, bei ihm wurden mehr als 70 Datenträger, eine kindliche Sex-Puppe und diverse Betäubungsmittel sichergestellt.
Nutzer sollen mit Kryptowährungen gezahlt haben
Zuletzt waren den Angaben zufolge noch 190.000 Nutzer angemeldet. Insgesamt seien seit April 2022 weltweit 1,8 Millionen Nutzer zumindest zeitweise angemeldet gewesen. Die Nutzer sollen mit Kryptowährungen bezahlt und teilweise auch selbst Videos hochgeladen haben. Im Schnitt seien dreieinhalb Videos pro Stunde neu hochgeladen worden.
Der Vizepräsident des bayerischen LKA, Guido Limmer, sprach von einem "großen Schlag" gegen Kinderpornografie. Die europäische Polizeibehörde Europol, welche die Koordination des Einsatzes übernahm, ging Limmer zufolge von ihrem "größten Verfahren seit Bestehen der Behörde" aus.
In 96 Fällen wegen konkreter Gefahr eingegriffen
Priorität bei den mehrjährigen Ermittlungen hatte den Ermittlern zufolge der Schutz der Kinder. Wo Hinweise auf konkrete Missbrauchsgefahr von Kindern bestanden habe, sei "eingegriffen" worden, sagte Limmer. Insgesamt seien 96 solcher Fälle eingetreten. In zwölf Fällen habe ein laufender Missbrauch konkret verhindert werden können.
Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um Menschen zwischen 20 und 40 Jahren, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Thomas Goger von der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg. Das Durchschnittsalter liege bei 31 Jahren. Der älteste Verdächtige wurde 1948 geboren, der jüngste im Jahr 2006. Bei einem erheblichen Anteil soll es sich nicht um Gelegenheitstäter handeln, sondern um Menschen, die sich "schon lange im Darknet aufgehalten haben", betonte Goger.
Untersuchungen in 31 Staaten
Die Ermittlungen laufen seit Anfang 2022. In 31 Staaten gab es den Angaben zufolge Durchsuchungen. Inzwischen ist die Plattform abgeschaltet. Am 11. März sei der Server mit Unterstützung der niederländischen Behörden beschlagnahmt worden, erklärten die Ermittler.
Quelle: buten un binnen.
Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 2. April 2025, 16 Uhr