Post-Streik in Bremen: Briefe und Pakete könnten sich verzögern

DHL-Pakete liegen auf einem Band

Verdi bestreikt seit heute Nacht Paket- und Briefzentren in Bremen

Bild: picture alliance | Sven Simon

Verdi hatte im Tarifkonflikt mit der DHL zum Warnstreik aufgerufen. Wer ein Paket oder einen Brief erwartet, muss sich daher möglicherweise gedulden.

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Post hat die Gewerkschaft Verdi erneut auf Warnstreiks gesetzt. Beschäftigte in ausgewählten Briefzentren waren zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen – darunter auch Bremen. Darüber hinaus waren die Beschäftigten in bundesweit allen Paketzentren des Bonner Logistikers zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Der Streikaufruf galt ab den Spät- und Nachtschichten am Dienstag bis Mittwochmorgen.

Die Gewerkschaft wollte mit dem Warnstreik den Druck auf die Arbeitgeber verstärken, damit diese einer deutlich höheren Bezahlung zustimmen. Ein DHL-Firmensprecher sagte, die Auswirkungen für die Kunden seien nicht abschätzbar. Verdi teilte mit, der nächtliche Warnstreik bringe erhebliche Einschränkungen in der Paket- und Briefzustellung mit sich.

Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn

Verdi fordert sieben Prozent höhere Entgelte in einem zwölf Monate laufenden Tarifvertrag, der für rund 170.000 Briefträger, Paketboten und andere Logistik-Mitarbeiter gelten würde. Die Post, die zu DHL gehört, bietet in einem 27 Monate laufenden Vertrag eine Anhebung um zunächst 1,8 Prozent und später um weitere 2,0 Prozent.

Außerdem pocht Verdi auf drei zusätzliche Urlaubstage, um der gestiegenen Arbeitsbelastung Rechnung zu tragen. Wer Verdi-Mitglied ist, soll sogar vier bekommen. Die Post wiederum bietet einen Extra-Urlaubstag für die Beschäftigte an, die weniger als 30 Urlaubstage im Jahr haben – also für rund zwei Drittel der Belegschaft.

Neue Verhandlungen starten nächste Woche

Das Angebot der Arbeitgeber sei völlig unzureichend, sagte Thomas Warner, zuständig bei Verdi für die Postdienste in Bremen und Niedersachsen. Für die Beschäftigten sei es mit spürbaren Reallohn-Einbußen verbunden, so Warner. Die Post wiederum hält die Forderungen für zu hoch und verweist auf einen hohen Investitionsbedarf und weniger Briefe – und damit auch geringere Einnahmen.

Die drei bisherigen Verhandlungsrunden brachten kein Ergebnis. Für Montag ist die vierte Runde geplant.

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Quelle: dpa.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 25. Februar 2025, 20 Uhr