Warum war Mohamed 2023 der beliebteste Babyname in Bremen?

Ein Neugeborenes auf dem Arm seiner Mutter (Symbolbild)

Emilia und Mohamed waren 2023 die beliebtesten Babynamen in Bremen

Bild: Imago | Cavan Images

Wie im Vorjahr führt das Ergebnis der Vornamen-Erhebung mitunter zu Verwunderung. Was sagt das Ranking aus? Und wie stehen die Zahlen im Verhältnis zueinander? Eine Einordnung.

Wirklich überraschend ist diese Nachricht im Grunde nicht, denn Mohamed ist nicht nur in Bremen beliebt: Laut der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS), die hinter der Erhebung steckt, ist Mohamed sogar der häufigste männliche Vorname der Welt. Rund 150 Millionen Menschen insgesamt heißen so.

Außerdem existieren für Mohamed rund 25 unterschiedliche Schreibweisen, von denen die GfdS zehn zusammenzählt: Mohamed, Muhammed, Mohammad, Muhammet, Mohamad, Mohammed, Muhamed, Muhammad, Muhamet sowie Muhamad teilen sich ihren Platz auf dem Siegertreppchen.

Sieger mit gerade einmal 1,6 Prozent

Ein genauerer Blick auf die Zahlen zeigt zudem, dass auch mit dem beliebtesten Namen nicht sehr viele Babys so heißen: Laut GfdS haben im vergangenen Jahr 75 Babys in Bremen den Namen Mohamed erhalten – von insgesamt 4.606. Das entspricht einem Anteil von rund 1,63 Prozent.

Noah beziehungsweise Noa liegt mit 55 Nennungen und 1,19 Prozent Anteil auf Platz 2, gefolgt von Mateo/Matheo/Matteo/Mattheo mit 53 Nennungen und 1,15 Prozent. Diese Zahlen beziehen sich auf den Erstnamen. Als Folgename wurde Mohamed mit seinen Variationen elfmal vergeben, was bei 1.742 Folgenamen in Bremen 0,63 Prozent ausmacht.

Ein Name unter ziemlich vielen

Mohamed kommt aus dem Arabischen und bedeutet so viel wie Gelobter oder Gepriesener. Da der islamische Prophet ihn trug, ist der Name in der arabischen Welt sehr beliebt. Es existieren auch persische und türkische Versionen.

Die Tatsache, dass die Bremer Bevölkerung einen Migrationsanteil von knapp 23 Prozent aufweist und viele Menschen aus arabischen oder muslimisch geprägten Ländern beheimatet, dürfte eine Rolle dabei gespielt haben, Mohamed zum beliebtesten Babynamen zu machen. Statista zählt für 2023 unter anderem rund 24.000 Ausländer in Bremen mit türkischer Herkunft, etwa 19.000 mit syrischer und gut 5.000 mit afghanischer.

Die GfdS schätzt auf Nachfrage, dass es für alle Geschlechter in Deutschland insgesamt weit mehr als 100.000 Namen gibt. Wie die Statistik zeigt, erreichen daher auch die häufigsten Namen keine hohen prozentualen Anteile.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Morgen, 7. Mai, 7:36 Uhr